Dr. Felicia Sternfeld

"Das Europäische Hansemuseum in Lübeck setzt Maßstäbe, weil es in vielerlei Hinsicht Neuland betritt.", schwärmt die Geschäftsführende Direktorin
Dr. Felicia Sternfeld.

Als Geschäftsführende Direktorin leitet Dr. Felicia Sternfeld seit Oktober 2015 das Haus an der Untertrave 1. Von der mittelalterlichen Geschichte ihrer Wirkungsstätte ist die gebürtige Aachenerin begeistert. Sie studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Politik in Regensburg, Paris, Bochum und Münster. Bis 2015 leitete sie das Theater-Figuren-Museum in der Lübecker Altstadt und gelangte über Stationen in Galerien, Auktionshäusern und als Gesamtkoordinatorin der Karlsruher Museumsnacht in die Stadt an der Trave. „Das Europäische Hansemuseum in Lübeck setzt Maßstäbe, weil es in vielerlei Hinsicht Neuland betritt. Architektur, Präsentation, Vermittlung, Besucheransprache sind so noch nicht da gewesen. Das ist eine Bereicherung
der nationalen und internationalen Museumslandschaft“, ist die zweifache Mutter überzeugt. In vier Sprachen erzählt das Europäische Hansemuseum von der Erfolgsgeschichte des mächtigen Verbundes von Kaufleuten und Städten der Hanse. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit schufen sie ein
Netzwerk von Handelswegen und Niederlassungen und sorgten in ganz Nordeuropa für den Austausch von Waren und Ideen. Im Zusammenspiel von beeindruckenden Rauminszenierungen, in Kabinetten mit wertvollen Originalobjekten, mit neuester Museumstechnik und interaktiven Angeboten,
vermittelt das Museum ein vielschichtiges, ebenso informatives wie faszinierendes Bild von der Welt der Hanse und ihren Auswirkungen, die bis in unsere Gegenwart reichen.

Ausgewählte Stationen der Hansegeschichte sind mit Nowgorod, Lübeck, Brügge, Bergen und London dargestellt. Die Besucher erfahren von Wagnis und Aufstieg, von einer Welt in Reichtum und Macht, von Misserfolg und Kampf sowie von Todesgefahren, Gotauch
tesfürchtigkeit und dem alles bestimmenden Glauben. Und nicht zuletzt die Integration des einzigartigen, denkmalgeschützten Burgklosters machen für Dr. Felicia Sternfeld den Reiz dieses Museums aus. „Denn die Nutzungsgeschichte des Burgklosters reicht bis in die unmittelbare Gegenwart.“ Zunächst Dominikanerkloster, war es nach der Reformation Armenhaus, später Hospital, dann Gefängnis und mit einer baulichen Ergänzung, Gerichtsgebäude. Die Sozialgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, der Nationalsozialismus sowie die Nachkriegsgeschichte haben an diesem Ort ihre Spuren hinterlassen, die erhalten und nachvollziehbar gemacht worden sind. „Es ist verlockend und herausfordernd zugleich, ein Museum leiten zu dürfen, das so vielschichtig ist, das große Geschichte in so spannender Weise erlebbar macht und das neu und gleichzeitig alt ist“, sagt die Expertin, deren Arbeitszimmer sich im Gebäude des Lübecker Burgklosters befindet – mit freiem Blick auf die Trave.

Mehr Informationen zum Hansemuseum finden sie unter www.hansemuseum.eu